WS 2010/11

Atmosphäre/Stimmung – Versuch einer Annäherung an diffuse Phänomene

In den letzten zwei Jahrzehnten mehren sich die Versuche in der Philosophie, jenseits des klassischen analytischen Denkens, das auf Reflexion und sprachlicher Begrifflichkeit aufbaut, auch Phänomene in den Blick zu nehmen, die bis dato in den Bereich subjektiven Empfindens „abgeschoben“ und damit aus der wissenschaftlichen Analyse hinausgedrängt wurden. Zu diesen gehören „Atmosphäre“ und „Stimmung“, zwei einander sehr verwandte und schwer voneinander zu unterscheidende Erscheinungen, die sich einer auf der klassisch-erkenntnistheoretischen Trennung von Subjekt und Objekt beruhenden Analyse entziehen, in ihren Eigenschaften instabil und hochvariabel sowie inhärent prozessorientiert sind. Dennoch haben Philosophen meist phänomenologischer Tradition wie Hermann Schmitz, Hubert Tellenbach und Gernot Böhme sich diesen diffusen Phänomenen angenommen und versucht, sie näher zu bestimmen. Das Seminar widmet sich der Theoriearbeit an diesbezüglichen Texten, will aber darüber hinaus an konkreten, selbst gewählten Beispielen versuchen, ein Instrumentarium für die Untersuchung von Atmosphären/Stimmungen zu entwickeln, da gerade auch Kunst und Design darauf abzielen, ihre medialen Werke/Produktionen/Produkte auch atmosphärisch zu inszenieren. Die Projektarbeit bildet den zweiten Teil des Seminars.